Ankunft in Addis Abeba

Reise nach Äthiopien – Ankunft

Um kurz nach 3:00 am Sonntag landeten wir ziemlich müde auf dem Flughafen Bole in Addis Abeba. Wir sammelten unsere Siebensachen zusammen und gingen Richtung Ausstieg. Zuerst mussten wir einen Einreisezettel ausfüllen. Vom letzten Mal wusste ich das und hatte den Kugelschreiber schon griffbereit. Man lernt ja. Anschließend mussten wir noch in das Visabüro. Foto brauchten wir keines, obwohl die Lufthansa-Angestellte in München nachdrücklich empfahl, noch schnell welche zu machen. Die Ausstellung des Visums war unkompliziert und weniger Aufwand als wenn wir es daheim machen hätten lassen, es kostete pro Person 20 US-Dollar (obwohl wir auch in Euro zahlen hätten können) und war nach ungefähr 10 Minuten erledigt. Darauf folgend gaben wir unsere drei Einreiseformulare, ungefähr Din A 6 große Zettel bei einem Schalter ab und gingen Richtung Ausgang. Hier wurde meine Tochter das erste Mal auf amharisch, der Hauptsprache in Äthiopien, angesprochen. Nach wenigen Minuten kam unser Fahrer, den wir schon von daheim aus organisiert hatten.
Und wieder fiel mir dieser ganz eigene Geruch der Luft auf, es ist wie mit einer Reise nach Italien: kaum ist man über der Grenze riecht es anders. Und es war warm – zumindest für uns, da es bei der Abreise in München gerade mal 0 Grad hatte.

Auf in die Hermannsburger Mission

Wir fuhren dann vom Flughafen zur Hermannsburger Mission. Kurz hatte ich die Vorstellung in einem Endzeitfilm wie „Mad Max“ oder „die Klapperschlange“ zu sein: die Straßenbeleuchtung war rar, bzw. nur auf den breiten Hauptstraßen, immer wieder huschten dunkle Gestalten über die Gehsteige, zum Teil in Fetzen gehüllt, zum Teil vermummt. Auf abgestellten Autos saßen Menschen, zum Teil alleine, zum Teil in Gruppen. Manche verschwanden wieder in dunklen, unbeleuchteten Seitenstraßen. An manchen Stellen sammelten sich ein paar Menschen um eine Feuerstelle. Immer wieder sah man die Umrisse von Personen, die in Decken gehüllt, vor Hausmauern lagen und schliefen. Zwischendurch liefen herrenlose Hunde, nach Nahrung suchend über die Straße. Und dazu immer dieser brandige Geruch. Die Stimmung war unheimlich und meine beiden Mädels hatten ziemlich Angst.
Nach ungefähr 20 Minuten erreichten wir die Mission. Wie hier üblich blieb unser Fahrer A vor dem geschlossenen Tor stehen und hupte einmal. Nach nur wenigen Sekunden kam der Nachtwächter und ließ uns ein. Auch er war nicht sehr vertrauenerweckend: er trug einen langen dunklen Mantel, sein Gesicht war in dem schlechten Licht auch nicht zu erkennen. Den Kopf hatte er, ähnlich wie Beduinen, mit einem dunklen Tuch umwickelt, auch das halbe Gesicht war vermummt. Unser Fahrer erklärte den Mädchen im Laufe der Woche, dass der Nachtwächter diese „Kluft“ gegen die Kälte trägt, da er ja die ganze Nacht im Freien verbringt. Die Nächte in Addis können aufgrund der Höhenlage (ca. 2500m) doch recht frisch werden (wir hatten bei Ankunft ca. 15°).
Der Nachtwächter gab uns den Zimmerschlüssel und er und unser Fahrer A brachten uns zu unserem Zimmer.
Wir verabschiedeten uns von unserem Fahrer, den wir am Montag wieder treffen wollten. Als wir hinter uns zugesperrt hatten und ich auf Wunsch meiner Tochter auch noch einen Stuhl unter die Türklinke geschoben hatte, beruhigten sie sich ein wenig, jedoch weigerten sie sich, alleine im Bett zu schlafen. Wir kuschelten uns zu dritt in ein Bett, beschlossen, am nächsten Tag um ½ 8 Uhr zum Frühstück aufzustehen, ich stellte den Wecker und um kurz nach 4 drehten wir das Licht ab.

Hermannsburger Mission:
Hermannsburger Mission

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