Tipps für Reisen nach Addis Abeba

Schon als ich das letzte Mal in Addis war, wurde mir im Vorfeld gesagt, dass ich unbedingt das Wasser abkochen müsste – auch das Wasser zum Zähne Putzen. Ich habe zwar inzwischen auch manchmal gelesen, dass es nicht notwendig ist, aber es scheiden sich die Geister. In der Hauptstadt gibt es zwar fließendes Wasser, aber nicht überall und auch nicht immer. So rannte beim Duschen am Abend das Wasser nur spärlich. Eine Toilette hatte gar kein Wasser. Auch gibt es für viele Häuser der Armen überhaupt kein fließendes und sauberes Wasser. Auch in Hotels kommt es vor, dass man nicht immer Wasser hat, auch kommt es vor, dass es stundenlang keinen Strom gibt, daher wird auch immer empfohlen Taschenlampen mitzubringen.
Nachdem ich das letzte Mal festgestellt hatte, dass Einheimische das Wasser aus der Leitung trinken, habe ich auf das Abkochen zum Zähne Putzen verzichtet. Das Wasser zu trinken habe ich mich nicht getraut, ich weiß von einigen Familien, die mit Durchfall zurück gekommen sind.
dusche

Unter den Regeln, die ich mit meinen Kindern vor der Abreise als wichtig besprochen habe, war die Tatsache, dass wir das Wasser immer Abkochen müssen. Schon am ersten Tag erwies sich das als relativ schwierig. Bewaffnet mit Zahnbürste und Becher mit abgekochtem Wasser gingen wir ins Badezimmer. Wir tauchten die Bürste in den Becher, Zahnpaste drauf und Zähne putzen und schwupps Wasserhahn auf und Zahnbürste ausgewaschen. Ich maulte – umsonst. Am Abend lief es genau umgekehrt: meine Große machte die Zahnbürste unter dem Fließwasser nass und putzte dann. Das zog sich durch die ganze Woche: es klappte nicht, die Zahnbürste sah den Becher mit dem abgekochten Wasser nur sehr selten. Aber gut, wir haben offensichtlich alle drei einen guten, stabilen Magen.

Eine weitere, wichtige Regel, die das Reisen in dritte Weltländer betrifft, ist das Vermeiden von Salaten und ungekochtem, ungeschältem Obst und Gemüse und ungekochter Milch. Die einzuhalten wäre eigentlich nicht so schwierig. Nur haben wir es nicht geschafft uns daran zu halten: irgendwann gab es zum Abendessen eine kalte Platte u.a. mit wunderbaren Tomaten und Gurken. Und wiedereinmal fiel mir auf, wie gut und anders das Obst und Gemüse in Addis schmecken: man schmeckt richtig die Natur und dass keine Spritzmittel und Konservierungsmittel verwendet werden und dass es keine wirklich langen Transportwege gibt. Am Freitag aßen wir wunderbaren gemischten Salat, auch der schmeckte soviel besser als bei uns. Aber was soll es, auch den Salat haben wir gut vertragen, aber – Danke an A, unseren Fahrer – er hat uns vorgewarnt, im Salat versteckt, waren schmale Streifen von Peperoncinis.
Injera: typisches, äthiopisches Essen: Injera
Und eine dritte Regel betraf den Umgang mit Tieren. Das musste auf jeden Fall erwähnt werden, da meine ältere Tochter immer und überall irgendwelche Tiere streichelt bzw. angreift. In Äthiopien wie in allen Ländern Afrikas sind Tiere Nutztiere und keine Kuscheltiere, dem entsprechend schlecht werden die meisten Tiere behandelt. Viele Tierkrankheiten bleiben unbehandelt, daher wollten wir natürlich das Risiko nicht eingehen, uns mit irgendwelchen undefinierbaren Bakterien anzustecken. Außerdem gilt Äthiopien als Tollwutgebiet, auch die Staupe ist nicht unbekannt.
Und fast hätten wir es geschafft, aber nur fast. Schon am Abend des ersten Tages haben meine Kinder festgestellt, dass es in der Mission neben einer großen Landschildkröte zwei Hofhunde – Sissi und Susi – gibt und irgendwie ließ es sich nicht rechtfertigen sie nicht zu streicheln. Vor allem auch, weil die beiden sehr zahm waren. Beide sahen so aus, als wären sie Verwandte des in Äthiopien endemisch Vorkommenden und vom Aussterben bedrohten „äthiopischen Wolfs“.
hunde
Dann schlossen meine Kinder noch (eine kurze) Freundschaft mit einem verletzten Esel, der ein Bein gebrochen hatte und einfach liegen gelassen wurde. Mit zwei jungen Frauen aus der Mission brachten sie ihm ein bisschen etwas zum Fressen (was ich absurd finde, angesichts der vielen Straßenkinder) und Wasser. Interessanterweise ist das aber etwas, für das meine beiden noch zu klein sind, sie konnten und können diese Art der Armut noch nicht begreifen.
esel

Und als letzter Tipp: es empfiehlt sich, Sonnencreme mit zunehmen und diese auch zu verwenden. Am ersten Tag haben wir uns alle einen Sonnenbrand geholt: das Wetter war etwas bewölkt, daher haben wir die Gefahr der Sonne gänzlich unterschätzt. Immerhin liegt Addis Abeba in der Nähe des Aequators und auf ungefähr 2500 Metern Höhe. Zu dieser Jahreszeit, während es hier kalt war und schneite, hatten wir in Addis jeden Tag schönes Wetter und ungefähr zwischen 25 und 30°. Allerdings sollte man auch warme Sachen mitnehmen, da es, sobald die Sonne weg ist, auch recht kalt werden kann – nicht nur in der Nacht, auch untertags.

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