Der Farn – Fortsetzung

Was bisher geschah: Der Farn – eine endliche Geschichte

Schon wieder ein sterbender Farn

Es kam, wie es kommen musste: Nach 5 Tagen war das letzte grüne Hälmchen braun wie der Rest der Pflanze und an der Stelle, wo der Farn aus der Erde ragen sollte, war nur ein brauner Stumpen. Das war es dann wohl mit meinem Farn. Ich überlegte, ob ich nicht noch einmal den Weg zum Bellaflore antreten sollte, ließ es dann aber. Wozu sollte ich noch eine Pflanze kaufen, die unter meinen pflegenden Händen hinweg stirbt. Was genug ist, ist genug.
Es dauerte nicht lange, da war es wieder fällig, das leidige Rasenmähen. Ich steckte mir die Kopfhörerstöpsel meines mp3-Players in die Ohren und schaltete ihn an. Ich schuftete und schnaufte den Handmäher durch den Garten. Gott sei Dank hatte ich dieses alte rostige Ungeheuer vor dem letzten Mähdurchgang geölt. So verstand ich zumindest brockenweise den Krimi, der mir direkt in die Gehörgänge kreischte und dröhnte. Tief versunken in die Geschichte, arbeitete ich mich Streifen für Streifen durch die Gräser.

Der Farn ist doch nicht tot

Doch plötzlich fiel mein Blick auf die Stelle, wo die kleine braune Wurzel des Farns aus der Erde ragte: Ich hielt inne, schärfte meinen Blick, nahm die Stöpsel aus den Ohren, beugte mich vor und näherte mich langsam dem Flecken Erde: Und was sah ich? – Nein, keine der toten Mäuse, die Nachbars Katze freundlicherweise bei uns im Garten zwischenlagerte. Ich sah ein kleines, grünes, noch eingeringeltes Blatt des Farns, das sich zwischen den Grashalmen der Wiese seinen Weg nach oben suchte. Behutsam entfernte ich rundherum das viele Zentimeter hohe Gras und verschaffte dem kleinen Blättchen ein bisschen Licht für seine Photosynthese.

Ich war ganz begeistert, wie hart der Farn doch im Nehmen ist.

Das Schicksal schlägt erneut zu

Jeden Tag schaute ich, wie weit sich das Blatt schon geöffnet hat, es wuchs und gedieh und war bald schon 15 cm hoch. Offensichtlich war der Platz für den Farn doch nicht so schlecht gewählt.

Doch die Freude sollte nicht lange andauern. Eines schönen Samstagnachmittags, ich kam von einem meiner zahlreichen Seminare nach Hause, traf mich fast der Schlag: Alles im Garten, was in der Früh noch niederer als 30 cm hoch war, maß jetzt nur mehr 2 cm! Der Benzinrasenmäher hat alles, was ihm im Wege gestanden ist, gemeuchelt. Nichts blieb verschont! Wildpfefferminze fiel ihm genauso zum Opfer, wie ein kleines Bäumchen. Auch mein kleiner Farn war nur mehr wenige Millimeter hoch.

Mir blutete fast das Herz, wie groß war meine Freude, als er doch noch Fuß, besser Wurzel fasste, und wie groß war meine Wut wegen dieses Massakers. Ich gab es auf, ich sah keine Chance mehr für diesen Farn! Aus! Das war es dann!

3. Teil folgt

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