24. Dezember

Heute ist es wieder soweit! Heute ist der Tag des Jahres, der von Millionen von Kindern und Erwachsenen heiß erwartet wurde. Damit unterscheidet sich dieser Tag auch nicht von den vorangegangenen Jahren. Heute ist Weihnachten! Der Tag des Wahnsinns, der Tag des Streits, der Tag des Konsumirrsinns, der Tag der erhöhten Selbstmordrate.
Kinder lieben diesen Tag: es gibt Geschenke, Kerzen und Sternspritzer geben dem Fest etwas Geheimnisvolles, etwas Unwiderstehliches.
Ein Fest für Kinder! Das Fest des Schlachtens von liebevoll verpackten Geschenkpaketen. Tausende Pakete sorgen dafür, dass der Müllberg wieder steigt: Plastik und und buntes Papier mit kitschigen Weihnachtsmotiven zieren die Müllhalden.
Leise Kinderstimmen singen „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Alles ist so besinnlicht, da stört es niemanden, dass diese Stimmchen kaum einen Ton richtig treffen.
Ein Fest für Kinder, dieser Tag des Jahres! Ja, vor allem für junge Kinder, die noch an das Märchen vom lieben Christkind glauben, die nicht wissen, wieivel Millionen in den unterschiedlichsten Währungen für dieses Fest zum Fenster hinaus geworfen werden.
Aber was bringt dieses Fest Erwachsenen? Warum führen sie sich auf, als würden sie auch noch an den Zauber des Christkinds glauben? Dieses Fest kostet Geld, mit Millionen anderen weihnachtseinkaufswütigen Menschen quält man sich durch Kaufhäuser, von Geschäft zu Geschäft, um Zeug zu kaufen, was andere nicht brauchen. Jeder streßt nur herum , die Laune sinkt überall bis zum Gefrierpunkt. Angeheizt wird die Stimmung nur durch quäkende Lautsprechermusik und grellen, blendenden Sternenlichtern in den Straßen.
Warum haben so viele das Bedürfnis vor diesem Fest Kekse zu backen, eine Weihnachtsgans zu braten, einen Weihnachtsputz zu veranstalten, die Familie um sich zu scharen, ausgeklügelte Speisen zu servieren und sich bei all diesen Aktivitäten von schrecklich piepsigen Weihnachtsliedern begleiten zu lassen? Ein weiteres Bedürfnis vor Weihnachten ist es, noch alles, was auch immer das für den einzelnen ist, zu einem Abschluss zu bringen. Das erhöht den Streßfaktor und bringt die Laune weiter zum Sinken.
Man spürt überall die Hektit, Eile, Unruhe und Unrast und gleichzeitig ein zwanghaftes Bedürfnis nach Friede, Ruhe und Besinnlichkeit.
Und genau dies alles macht dieses Fest unerträglich und mit den Jahren wird der Wunsch abzuhauen, diesen Wahnsinnt hinter mir zu lassen, immer größer. Aber ich muss mich gedulden, noch Jahre, vielleicht drei, aber vielleicht auch fünfzehn bis endlich eine Änderung möglich sein wird, bis ich endlich diesen einen Tag irgendwo abseits der Weihnachtsbesinnlichkeit mit einem guten Buch an einem sonnigen, weißen Strand verbringen kann.

In diesem Sinne, wünsche ich jedem das Weihnachtsfest, das er verdient!

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