2. Tag – Vormittag

Wie besprochen holte uns unser Fahrer A um ½ 10 Uhr ab. Wir besprachen kurz was wir unternehmen wollten und starteten los. Zuerst wollten wir in die Gegend der Hana Clinic, wo meine Tochter gefunden wurde. Ich hatte extra den Polizeibericht mit, damit wir genau wussten, wohin wir mussten. Es gab ein kleines Problem: Die Suche nach Adressen läuft nicht so einfach wie bei uns: es gibt kaum Straßennamen, bzw. sind sie nicht allgemein bekannt und schon gar nicht stehen sie an Hauswänden. Unter der Bevölkerung ist es auch nicht üblich, die Zonen, Stadtbezirke (Woreda) und Subdistrikte – Stadtvierteln (Kebele) zu benennen, sondern man richtet sich zB nach den vorherrschenden Betrieben: das Toyotagebiet, denn dort gibt es sehr viele Autowerkstätten, die auf die Reparatur von Toyotas spezialisiert sind.
Außerdem wurde diese Einteilung in Weredas und Kebeles weitgehend abgeschafft. Nach einigen Telefonaten bekam A die genaue Wegbeschreibung und wir fuhren los. Wir sahen einige der berühmten Straßen von Addis Abeba. Wir verließen die Hauptstraße und bogen in eine der kleineren Straßen ein. Rechts von uns war ein kleiner Markt. Auf den Schienenanlagen waren mehrere Schafe angebunden, die zum Verkauf angeboten wurden.
Hana Clinic
Nach weiteren Fragen an die Kinder, die wie fast überall in der Stadt in den Straßen herumliefen, hatten wir bald den richtigen Platz gefunden. Die Hana Clinic war wie viele Gebäude in Addis hinter einem hohen Zaun aus Wellblech versteckt. Wir stiegen aus und gingen ein bisschen die Straße rauf und runter. Es war ein doch recht bewegender Augenblick. Meine Tochter stellte sich genau unter das Schild von der Klinik und wir machten ein paar Fotos. Es schien eine ältere bzw. ärmere Gegend zu sein, wobei man das so nicht sagen kann, da in der Stadt arm und reich oft dicht an dicht nebeneinander wohnen.
Hana Clinic
Als nächstes fuhren wir zu den Löwen, dem Wahrzeichen der Äthiopier.
Der Löwe hat in Äthiopien eine sehr lange Tradition: Kaiser Haile Selassie wurde auch als „König von Juda“ bezeichnet, eine messianische Gestalt, die in der Offenbarung von Johannes erwähnt wird. Bis 1947 war de Löwe auch Symbol auf der äthiopischen Nationalflagge. Äthiopische Herrscher hielten sich die Löwen in diesen Gehegen (in der Hauptstadt und auch außerhalb) zum Zeichen ihrer Macht. Anscheinend handelt es sich dabei um Berberlöwen, die in freier Wildbahn längst ausgestorben sind.
Bei den Löwen machte ich die erste Bekanntschaft mit dem Preissystem der Äthiopier: ich meine ältere Tochter mussten immer den „weiße-Nasen-Tarif“ bezahlen, der meist ein 10faches vom Einheimischen-Tarif ausmachte. Selbst für den Fotoapparat musste ich separat bezahlen. Die Löwen waren in einem großen Rondell untergebracht, weit davon entfernt von artgerechter Tierhaltung.
Löwe
Wir schlenderten weiter durch die schön angelegte Parkanlage und kamen zu weiteren Käfigen, in denen unter anderem Affen untergebracht waren. Bald bemerkten wir einen kleinen Affen, der frei herumlief. Niemand störte es, dass er offensichtlich aus einem der Käfige ausgekommen war, denn er lief ungestört durch die Besucher hindurch. An einem anderen Käfig, der kaum größer war, als ein heimischer Hasenverschlag, war ein Schild, darauf stand „Schwarzer Papagei“, nur war da weit und breit kein Vogel drinnen, auch das schien niemanden zu stören.
Affe
Seit kurzem gibt es auch ein kleines Karussell und Elektroautos in der Anlage, aber wir waren uns nicht sicher, ob es wirklich so sicher war, damit zu fahren. Sicherheitsstandards sind nicht sehr groß geschrieben.
Riesenrad
Nachdem wir alle hungrig waren, beschlossen wir irgendwohin zu fahren, um etwas zu essen.

2. Tag – Vormittag
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